(S)VCD --> DVD-R


Im Zuge der Reform des Urheberrechtes möchte ich darauf hinweisen, dass das Anfertigen von Privatkopien von kopiergeschützten Datenträgern verboten ist.

Ersteinmal vielen Dank an MacMercy, der mit seinen Workshops zum Thema DVD-Konvertierung jenes Thema sehr praktisch und sehr gut zu verstehen beleuchtet. Er führt dabei komplett durch den gesamten Vorgang von der Installation der nötigen Tools (sehr nützlich!) bis zum Brennen der DVDs/CDs.

Nun beschäftigte mich aber das Problem, daß ich SVCDs hatte, die mein DVD-Player (Sony DVD-S535) nicht abspielen wollte, da er generell keine CD Rohlinge mag. Da dachte ich, wenn ich schon einen iMac mit Superdrive habe, dann muß es doch möglich sein, jene SVCDs auf einen DVD-R Rohling zu kopieren, um jenen Film dann doch auf dem DVD-Player ansehen zu können. Außerdem ist das Wechseln der CDs ja nicht cool genug... ;-)
Auf der Seite VCDHelp hab ich mich dann etwas mit der Theorie auseinandergesetzt: Eigentlich müßte man den kompletten Film ins "DVD-MPEG"-Format umrechnen, d.h. die Auflösung des VideoStreams hochrechnen usw... das dauert erstens sehr lange und zweitens ist eine nochmalige Umrechnung der qualitativ sowieso schon schlechteren VCD-Qualität der Videoqualität auch nicht sehr zuträglich. Es ist jedoch bei vielen DVD-Playern möglich, den Video-Stream einer VCD bzw. SVCD beizubehalten und nur den Audio-Stream von 44 auf 48KHz umzurechnen. Mein Sony DVD-S535 akzeptiert jenes jedenfalls prächtig.

benötigte Hardware:


- SuperDrive
- DVD-Rohling
- mehrere GB Festplattenplatz (min. 5 GB)

benötigte Software:


- Toast Titanium - zum Erstellen von Images der (S)VCDs
- VCDToolsX - zum "Rippen" der MPEG-Streams aus dem Images
- ffmpegX - zum Um-/Encoden der Filmdaten
- Sizzle - zum Multiplexen der verschiedenen Spuren

Rippen der Streams von (S)VCDs


Zum Rippen der MPG-Streams benötigen wir ersteinmal von den (S)VCDs Images, die wir mit Toast erstellen. Wir legen also unsere (S)VCD ein, warten, bis der Finder die CD erkannt hat und starten Toast.

toastrip1


Wir klicken auf Kopie (wie oben ersichtlich) und können dann die (S)VCDs über das Ablage Menü als Image-Dateien sichern:

toastrip2


Ich habe mir vorher ein Verzeichnis SVCDs erstellt, in welches die Image-Dateien reinkommen, wobei ich das erste Image dann CD1.toast benenne usw...
Wenn wir die Images von allen VCDs haben, dann können wir die Image-Dateien von *.toast in *.bin umbenennen, damit die VCDToolsX mit den Dateien etwas anfangen können.
Nun starten wir die VCDToolsX, welche uns mit ihrer Auswahl begrüßen:

vcdtoolsxrip1


Wir entscheiden uns für den obersten Punkt vcdXrip:

vcdxrip1


Als bin file geben wir unser erstes Image an, als Save to können wir das selbige Verzeichnis nehmen, in dem das Image liegt.

vcdXrip2


Nun Klick auf Start und wir haben in endlicher Zeit unsere MPG-Streams. Diesen Vorgang wiederholen wir mit allen Images.
Ihr habt nun in dem Verzeichnis mit den Images für jedes Image ein Unterverzeichnis, welches (im Normalfall) eine MPG-Datei (und noch andere Dateien) enthält. Benennt die MPG-Dateien bitte entsprechend der (S)VCD-Nummer durch, so dass ihr diese wiedererkennen könnt und kopiert jene in ein Verzeichnis. Im nächsten Abschnitt seht ihr, wie sich die drei MPG-Dateien in einem Verzeichnis befinden.

Encoden der Filmdaten


Ich gehe im folgenden davon aus, daß ihr die MPEG-Dateien von den (S)VCDs auf der Festplatte in einem entsprechenden Verzeichnis habt. In meinem Fall habe ich drei Dateien, d.h. der Film hat sich auf auf drei (S)VCDs befinden.

001ordner


Abspielen könnt ihr diese Dateien nur mit dem VLC, MPlayer oder - falls ihr das Quicktime MPEG2 PlugIn habt - auch mit Quicktime.
Wir müssen jetzt diese paar Dateien "umrechnen". Dazu starten wir ffmpegX. Wie schon gesagt, den Video-Stream können wir beibehalten, so daß wir das Häkchen bei "Encode Video" entfernen und den Video-Codec zusätzlich auf "Passthrough (ffmpeg)" stellen. Als Quell-Datei ("Open...") geben wir unsere erste MPEG-Datei an, als "Save As" entsprechend einen passenden Namen mit der Endung ".mp2", da wir ja nur den Audio-Track umrechnen müssen. Ohne Endung würden die Dateien später von Sizzle nicht erkannt werden (könnte man aber auch einfach umbennen, aber wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht...)

002ffmpegvideo


Damit wird der Video-Stream der Ursprungsdatei ignoriert. Beim Audio-Stream müssen wir jetzt aber wirklich ansetzen, um jenen auf DVD-Norm zu encoden (44KHz auf 48KHz). Dazu setzen wir die Einstellungen für den Audio-Stream so, als wenn wir eine PAL-DVD mit hoher Bitrate encoden wollten. Audio-Bitrate auf 224kbit/s, die Sampling Frequenz auf 48000Hz, sonstige Einstellung wie hier zu sehen:

003ffmpegaudio


Zum Multiplexen benutzen wir später das oben erwähnte Programm Sizzle, da es mehrere Tracks bearbeiten kann, um daraus dann ein DVD-Image zu generieren, so daß wir sämtliche Häkchen im "MPEG-1/2 post-processing" Bereich entfernen können.

004ffmpegtools


Mit einem Klick auf "Encode" starten wir den Umrechne-Vorgang, den wir für die übrigen Dateien wiederholen (dann muß entsprechend auch "Save as" jeweils einen anderen Namen erhalten). In 15-30 Minuten sollte ein G4/800 damit auf jeden Fall durch sein. Diese Umrechnung kann man auch parallel schon für die übrigen Dateien anstoßen, da der eigentliche Vorgang im Terminal gestartet wird und ffmpegX neue Eingaben akzeptiert.
Nun haben wir die passenden MP2-Audio-Streams, uns fehlen aber noch die Video-Streams. Dazu Demultiplexen wir die Ursprungsdateien. Auf der Tools-Seite unter Video-Tools wählen wir also nacheinander als Video die Quelldateien aus, haken "Demux" an und starten den Vorgang jeweils mit "Go!" (nicht Encode!). Diesen Vorgang würde ich nicht parallel anstoßen, da die Geschwindigkeit des Vorganges hauptsächlich von der Festplattengeschwindigkeit abhängt, so daß man länger wartet, wenn mehrere Prozesse von der Festplatte lesen und auf diese schreiben wollen. Also alles schön der Reihe nach...

005ffmpegdemux


Jetzt haben wir alle Dateien, die wir benötigen. Zum einen die Original-Video-Streams und die umgerechneten Audio-Streams. Zusätzlich haben wir auch noch die "alten" Audio-Streams, die wir aber nicht benötigen.

006ordner2


Jetzt kommt der spannende Teil, in dem wir die erzeugten Video-Streams zu einem großen verknüpfen und ebenso mit den Audio-Streams verfahren. Dazu benutzen wir ffmpegX, wo wir die passende Funktionalität auf der Tools-Seite finden. Wir haken "Join" an, wählen dann als Video die erste *.m2v Video-Stream Datei und als Audio (!) die folgende *.m2v aus. Mit Klick auf "Go!" geht es los und ffmpegX verknüft diese Dateien. Als Resultat finden wir eine Datei, die so heißt, wie die erste Datei mit der zusätzlichen Endung *.joined.mpg
So arbeiten wir uns durch die Video-Dateien, indem wir jeweils die gejointe und die hinten ranzuhängende Datei auswählen und mit "Go!" verknüfen. Dann haben wir unseren Video-Stream gejoint. Mit den Audio-Dateien machen wir gleiches Spielchen, nur, daß wir hier das Resultat als *.mp2 umbenennen, so daß Sizzle damit beim Multiplexen nachher überhaupt etwas anfangen kann.

0061ffmpegjoin


Multiplexen


Nun können wir die beiden Streams "Sizzlen", d.h. durch Multiplexen daraus einen DVD-Track erzeugen. Nachdem Sizzle gestartet ist, geben wir den Ausgabepfad an, in dem später das DVD-Image liegen soll.
Unter Disk müssen wir jetzt die entsprechenden Werte unseres MPG-Streams eingeben. Am Besten spielt man die Ausgangs-MPG-Stream mal mit entsprechendem Player an und schaut sich die Eigenschaften/Informationen des Filmes an. In meinem Fall ist die Aspekt-Rate 4:3 (immer bei (S)VCDs), Video System NTSC (wg. VCD-Format) und als Format (etwas gelogen, aber das macht nichts ;-) stellen wir 720x480 (NTSC D1) ein...

sizzle1

Danach stellt Ihr im Reiter Video/Audio das Datenformat auf M2V: MPEG-2 Elementary Spuren ein und wählt als Video-Spur Eure von gejointe VideoStreamDatei (*.joined.m2v ) und danach als Audio-Spur die gejointe MP2 Audio Datei - falls Ihr das nicht auswählen könnt, wechselt einmal in das Feld Audio Format und stellt dort 'MP2' ein - zurück in Video/Audio könnt Ihr jetzt das .MP2 anwählen (beim nächsten Start von Sizzle hat sich das Programm Eure Vorlieben gemerkt und die Werte, Video- und Audioformate sind 'Europa-gerecht'):
Im nächsten Reiter Audio Format wählt Ihr als Sprache de und, falls noch nicht geschehen, MP2 - danach noch Lautstärke-Anpassung (Ton behält die ursprüngliche Lautstärke). Besitzer einer Surround -Anlage können natürlich ihr Häkchen setzen:

sizzle2


Als letzte Einstellung könnt Ihr unter dem Reiter Kapitelmarken eigene Kapitel anlegen - ohne diese Angabe ist es nur möglich, den Film mit der Vor-/Rückspultaste schneller an eine bestimmte Stelle zu bekommen - also verzichtet nicht auf dieses geniale Feature! Im Beispiel unten wird alle 15 Minuten eine Kapitelmarke erzeugt  - natürlich könnt Ihr auch andere Werte eingeben:

sizzle3


Dann erzeugen wir das DVD-Image (durch Klick auf entsprechenden Button auf dem Disk-Reiter), welches wir uns zur Kontrolle einmal im Apple DVD-Player ansehen sollten. Der Film sollte automatisch starten, wenn das Image vor dem Start des DVD-Players gemountet wurde. Hierbei sollten wir insbesondere wegen des Joinens der einzelnen Dateien den Film kurz durchsehen (schneller Vorlauf), ob Bild und Ton synchron sind. Wenn dieses nicht so sein sollte, dann muß man das Joinen weglassen und die Streams ungejoint jeweils paarweise in Sizzle hinzufügen, der dann verschiedene Tracks daraus macht (die jedoch leider nicht automatisch hintereinander abgespielt werden, sondern über das DVD-Player-Menü angewählt werden müssen).
Wenn alles in Ordnung ist, dann können wir das erzeugte Image mit Toast oder dem DiscBurner (DiscCopy) von Apple einfach brennen.